Turku – Kiruna
11.08.: Turku – Tampere
The same as yesterday – Ausschlafen. Frühstück. Warten, dass Leila DSL hat. Geringe Aktivität im Netz entwickeln. Bisschen Leichtathletik-EM gucken.
Danach sind wir zu Leila’s Mama gefahren zum Grillen und Apfelkuchen essen. Oben drauf gab’s noch Dart (wo ich echt miserabel war) und Luftgewehrschießen, wo sich Markus fast die Schulter ausgekugelt hätte, mir aber immernoch jeglicher Rückstoß gefehlt hat (ich will mal wieder 7,62mm schießen). Nachdem ich das Gewehr ein bisschen eingeschossen hatte, hat Leila’s Bruder die 10 getroffen, Markus und ich schafften nur 8…
Dann zum packen nach Hause. Frühzeitig zum Bahnhof. Nach einer kraftraubenden Verladeaktion ging es 21:00 Richtung Norden. Seit 23:00 hocke ich mit meinem Rad jetzt in Tampere und warte auf den Anschlusszug nach Rovaniemi (1:16). Mein Bett samt Gepäck wird umgekoppelt, das Fahrrad muss natürlich manuell gewechselt werden.
12.08.: Tampere – Rovaniemi – Raanujärvi
Als ich das Umsteigen erfolgreich hinter mich gebracht hatte, konnte ich endlich schlafen. Im Bett. Im Zug. In einer 3-Mann-Kabine mit einem netten Finnen, der in Oulu den Zug verlassen hat – was für mich natürlich das Ende der Nacht bedeutete (innere Alarmanlage lässt grüßen). Also Gegend angucken – vielleicht fahre ich auf dem Rückweg das Stück Vaasa – Turku doch mit dem Rad. Mal schauen…
11:00 in Rovaniemi angekommen, 5 min Fahrrad beladen, 10 min eingekauft und schon war ich wieder raus aus der Stadt. Das Typisch-Touristenfoto-Polarkreisschild habe ich erst übersehen und dann ignoriert. Sah zu schäbig aus für ein Foto mit meinem Sherpa.
Also weiter – Kilometer abspulen, Luft zur Zivilisation gewinnen.
Unterwegs die ersten freilebenden Rentiere gesehen, zwei fast über den Haufen gefahren und zwei Campingplätze links liegen gelassen (waren zu früh auf der Strecke).
Anfangs noch 20er Schnitt gefahren, wurden die Beine immer schwerer. Zuckermangel, nach 60km auch Wasser alle – noch schlechter als Zucker alle. Nach einer Stunde und 5 km mehr hatte ich 10 frische Liter davon. Zeltplatz suchen – fast noch schwieriger, als Wasser schnorren. Überall bewohnte Sommerhäuser an den Seen – da will ich aber auch hin… Naja, irgendwann fündig geworden, häuslich eingerichtet, gegessen und Karten gewälzt. 20:00 waren es 20°C draußen.
Fazit: ich brauche Süßigkeiten. Es haben noch zu viele Finnen Urlaub. Wasser schnorren kostet ganz schön Überwindung.
- Strecke: 67,01 km
- Fahrzeit: 3:38:32 h
- Gesamt: 244 km
13.08.: Raanujärvi – Pello (Grenze FI/SE) – Jahois
Das obligatorische “Aufstehen, frühstücken, waschen, packen” lasse ich in Zukunft mal weg.
Tagesziel Nr. 1: Pello, weil Grenze zu Schweden und vermutlich Einkaufsmöglichkeit. Also mit abnehmender Geschwindigkeit die 42 km nach Pello gefahren, den nächsten Spar überfallen (u.a. 1 kg Marmelade – Leila und Markus kennen sie) und dann ab über die Grenze. An der nächsten Bank Mittag gegessen und weiter.
Wieder das Theater mit dem Wasser – aber es reicht noch bis morgen Früh, also kann ich heute meine Schwedisch-Kenntnisse schonen.Campingplatz rechts liegen gelassen – aber 3 km weiter eine Schutzhütte gefunden. Malerischer Ausblick, Lagerfeuerplatz, Bänke, WC, nur kein Trinkwasser. Stopp, hier bleib’ ich.
Beim Blick auf die Uhr sehe ich, dass es erst 15:00 ist. Nicht 15+1. Das ist der erste Grund, warum die Grenze so “wichtig” war – ich brauche beim Blick auf den Tacho nicht mehr +1h rechnen, um die Ortszeit zu erfahren. Der zweite Grund ist die Tatsache, dass ich jetzt endlich, nach ziemlich genau einer Woche in dem Land bin, nach dem der Titel meiner Reise (“Schweden 2006″) schreit.
Erstmal Lage sondieren – Hütte scheint Stammplatz von Lachsanglern zu sein. Dieses Jahr waren neben Schweden und Finnen auch Tschechen, Deutsche, Polen, Thailänder und Franzosen hier. Täglich gut besucht. Laut “Gästbok” waren gestern 4 Leute hier.
Vorhin hat ein finnisches Paar auf der Heimreise hier Stopp gemacht und was gefuttert. Kurzer Plausch und Tschüss. Mal schauen, wer heute alles noch kommt.
Letzte Nacht waren es übrigens 12,4 Grad im Zelt, draußen 9,0.
- Strecke: 64,97 km
- Fahrzeit: 3:22:32 h
- Gesamt: 309 km
14.08.: Jarhois – Junosuando
Ein durchwachsener Tag…
Wie gesagt, ich brauchte Wasser. Bis Pajala hat es noch gereicht (40 km). Dort eine Sprite gekauft (1,5 l für 25 SEK). Diese trug mich bis Anttis (68 km). 10 km später wollte ich laut Plan Schluss für heute machen, also ein guter Ort um Wasser zu holen – muss man ja nicht den ganzen Tag unnütz herumschleppen. Um es kurz zu machen: ich habe keines bekommen, außer von oben – Regen.
Bei km 77 eine Schutzhütte. Wohl eher eine Müllhalde – also weiter. Aber nochmal schön von oben nass geworden. Weiter nach Junosuando. Der nächste Schauer fängt an. Zeltplatz, nein danke. Motel, zu teuer. Tanke, sehr gut. Wasser geholt, untergestellt und weiter.
Ich will gerade wieder in die Pedale treten, da sehe ich rechts eine Schutzhütte. Meine. Kein Feuerholz da, schade. Nach dem Essen gehts mir wieder besser, aber ich glaub, ich hab mir was eingefangen. Natürlich scheint jetzt wieder die Sonne.
Entweder fahre ich morgen 130 km am Stück nach Kiruna oder ich teile es wie geplant auf. Mache ich vom Wetter abhängig…
- Strecke: 96,44 km
- Fahrzeit: 5:04:40 h
- Gesamt: 405 km
15.08.: Junosuando – Kiruna
Das war vielleicht ein Husarenritt…
Zeitig aufgewacht, Frühstück ausgelassen und halb 9 losgefahren. Wetter sieht gut aus – peilen wir mal Kiruna an.
Nach 35-40 km wollte ich frühstücken. Ewig keinen Platz gefunden, also erst nach 55 km. Weitergefahren. Die Pausen wurden immer häufiger. Zum Glück blieb es trotz Wolken trocken. Aber Kalt war es.
Auf dem letzten Abschnitt, der E10 nach Kiruna bin ich dann eingebrochen (bei dem Gedanken daran, dass es 48 km fast nur bergauf geht). Irgendwann hatte ich einen Gipfel erreicht – tolle Aussicht, Fotopause. Ich weiß nicht, was mich gestochen hat, aber die nächsten 15 km bin ich im 35er Schnitt gefahren (mit Gepäck und nicht nur bergab). Durch Kiruna ging es dann dafür quälend langsam bergauf. Irgendwie doch geschafft.
Jugendherberge (vandrarhem) auf Anhieb gefunden. Letztes Bett für eine Nacht bekommen. Muss also morgen weiter. Nix mit Bergbaubesuch. Aber gut, dass ich heute durchgefahren bin, sonst hätte ich morgen draußen schlafen müssen. Dusche wirkt Wunder…
Wie gesagt, es wird kälter. Ich hoffe, ich bin nicht zu spät dran.
- Strecke: 133,07 km
- Fahrzeit: 6:58:09 h
- Gesamt: 538 km
- Persönlichkeits-Profil
- Schweden 2006
- Neuseeland
- Juli 2007 – Flug nach Neuseeland
- Juli 2007 – Wellesley Student Appartments
- Juli 2007 – Gewohnheiten
- Juli 2007 – Auckland
- Juli 2007 – Mount Eden
- Juli 2007 – AUT University
- Juli 2007 – Sky Tower
- Juli 2007 – Devenport
- Juli 2007 – Noho Marae
- August 2007 – Albert Park
- August 2007 – Rangitoto Island
- August 2007 – Sky Tower bei Nacht
- August 2007 – Delphin-Safari
- August 2007 – Northland
- August 2007 – Maori Woche
- September 2007 – Blue Canyon
- September 2007 – 2 Wochen Melbourne
- Oktober 2007 – Rotorua + Waitomo
- Oktober 2007 – Great Barrier Island
- November 2007 – Nordinsel-Rundreise
- November 2007 – Nelson Lakes National Park
- Dezember 2007 – Westcoast-Roadtrip
- Dezember 2007 – Routeburn Track
- Dezember 2007 – Weihnachten in Melbourne
- Dezember 2007 – Silvester in London
- Zeit & Zeitzonen