Narvik – Bodø

21.08.: Narvik – Svolvær

Gestern Abend bei Schleierwolken ins Bett gegangen, heute früh bei bedecktem Himmel aufgewacht. Aber kein Regen. Dafür klamme Klamotten und ein nasses Zelt.

Auf zur Tourist-Info, Inet auffüllen, Bank zum Geld holen und dann zum Hafen – auf die Fähre nach Svolvær warten. Jene fuhr 15:00, nannte sich Speedboat und war entgegen aller Erwartungen nach 3,5h da.

Karte von den Lofoten gekauft, Großeinkauf gemacht und auf dem örtlichen Zeltplatz zwischen zwei Bremern und einem Schaffhausener niedergelassen.

22.08.: Svolvær – Smorten

Letzte Nacht waren es draußen 6,6°C. Dank meines norwegischen Schlafsacks habe ich in Norwegen auch nicht gefroren. :)

Drei Dinge habe ich heute das erste mal gemacht (während der Tour). Mein Licht benutzt (im Tunnel), mein Fahrrad bergab geschoben und mein Zelt mit allen 16 Heringen abgespannt (normal braucht es keinen). Die beiden letzteren Dinge hatten mit dem Wind zu tun, der mir ab km 15 entgegenbließ. Hinzu kamen vereinzelte Anstiege und sehr luftige Brücken mit Seitenwind…

In meinem Zielgebiet habe ich natürlich keinen Zeltplatz gefunden, also bin ich wieder mehr gefahren, als geplant.

Seit gestern Abend gab es klaren Himmel. Aber gegen Mittag bin ich unter das (trockene) Wolkenfeld gekommen, dass sich auf der Nordwest-Seite der Lofoten festgesetzt hat. Campen tue ich jetzt an der Grenze zwischen Wolken und blauem Himmel.

  • Strecke: 51,35 km
  • Fahrzeit: 3:09:11 h
  • Gesamt: 785 km

23.08.: Smorten – Stamsund

Von der Sonne geweckt worden. Gemütlich gefrühstükt und gepackt. Immer in der Sonne gefahren, diesmal mit Rückenwind und zeitig in Stamsund in der Jugendherberge angekommen.

Nach der Dusche erstmal in die örtliche Gemeinschaft reingefunden. 70% deutschsprachig. Von Tokyo bis Graubünden.

Viel nix gemacht. Wäsche gewaschen.

  • Strecke: 36,44 km
  • Fahrzeit: 1:49:02 h
  • Gesamt: 822 km

24.08.: Stamsund

Gefrühstückt. 6 h aufs Meer zum angeln (mit dem Ruderboot und 3 Mitstreitern). Mehr oder weniger erfolgreich. Ich durfte Schlachter spielen.

Bombenwetter. Fischsuppe, Curryreis und Fischfilets. Endlich wieder Proteine. :)

Ich bleibe einen Tag länger (Verlängerungen sind hier an der Tagesordnung). Dann gibt es wohl den dritten Tag in Folge frischen Fisch. Gemütlicher Abend.

Viel mehr gibt es nicht zu berichten.

25.08.: Stamsund

Das selbe wie gestern. Angeln, noch erfolgreicher als gestern. Noch mehr Fisch zum Abendessen (reicht erstmal drei Wochen jetzt). Chefkoch war diesmal ich. Schon toll, wenn man trotz norwegischer Preise mit umgerechnet 15 Euro 10 Leute pappsatt bekommt…

Noch zwei Zitate von Heute:
Lass uns noch eine Runde rudern gehen, bis die Wäsche fertig ist. (es war Mitternacht…)
Du siehst schnell von hinten aus.

26.08.: Stamsund – Bodø

Wieder schweren Herzens von der Herberge getrennt. Danke an (alphabetisch) Alice, Angel(a), Anja, Claudia, Eberhardt, Gianna, Julie, Kyoko, Roar, Schorsch, Simi, Stefan, Tanja und Tobi für die schönen Tage und die Angeltouren.

Zur Abwechslung bin ich mal wieder Fahrad gefahren. Heute habe ich mehr geschaltet, als in einem Monat in Fuwa… Berge. Berge. Berge.

Aber am schlimmsten war der Nappstaumentunnel. Gut 1,7 km Dämmerlicht unter dem Meeresspiegel. Die eine Hälfte mit 60 km/h bergab und die andere mit 7 km/h bergauf. Und das ganze auf einem 1 m breiten Beton-Gullideckel-Gemisch.

Nach zwei weiteren, harmlosen Tunneln in Moskenes angekommen, von wo meine Fähre nach Bodø ging. Mit mir warteten neben zig anderen Deutschen drei Sachsen bzw. Thüringer. Zwischendurch hat ein 85-jähriger Opa seine Abendrunde gemacht. Er ist auf der Flucht vor Schwiegertöchtern vor 4 Jahren aus Hamburg hierher gezogen.

Ich versuche bis zum nächsten Wochenende zurück an der schwedisch-finnischen Grenze zu sein. Dann über Nacht mit dem Zug von Kemi nach Turku, ein paar Tage in Turku und dann am 10.09. die Fähre nach Rostock. So der Plan…

  • Strecke: 78,96 km
  • Fahrzeit: 4:18:40 h
  • Gesamt: 901 km