Bodø – Arvidsjaur

27.08.: Bodø – Misvær

Nachdem ich heute früh 1:00 in Bodø auf dem Zeltplatz eingetroffen war und 2:00 im Bett lag, fühlte ich mich 9:00 noch nicht so richtig fit.

Nach dem Morgenprogramm zur Touristinfo. Öffnet erst 12:00 am Sonntag. Warten. Internet auffüllen. Ab auf die Piste.

Obwohl nur gut halb so lang, war der heutige Tag härter, als die Tour nach Kiruna, weil bergiger. Und mit dem Gepäck merkt man jeden Höhenmeter. Krönung der Strapatzen war der Pass “Kvikstadheia”. Bergauf 2,5 km mit 8 % Steigung. Bergab 3,5 km das gleiche Gefälle. Hoch habe ich 25 Minuten gebraucht, runter 3,5…

Bin über den Satstraumen gefahren. Fand ich jetzt nicht so berauschend. Lässt sich aber halt touristisch gut verkaufen, den weltgrößten Gezeitenstrom zu haben. Und nur deswegen habe ich so viele Berge (heute und morgen). *argh*

Irgendwann bin ich dann auf dem Campingplatz in Misvær angekommen. Saison ist vorbei. Darf aber trotzdem hier schlafen.

  • Strecke: 80,76 km
  • Fahrzeit: 5:02:47 h
  • Gesamt: 989 km

28.08.: Misvær – Nordnes

Heute habe ich die 1.000 km geknackt. Beinahe wortwörtlich geknackt. Fast hätte mein treuer Sherpa oder ich vor Überlastung aufgegeben.

Wieder nur Berge heute. Und zusätzlich Gegenwind. Als Frühsport ging es erstmal 22 km nur bergauf. Das war ja gestern nix dagegen. Als Belohnung ging es dann auch 10 km wieder runter. Die Strecke muss ich irgendwann nochmal ohne Gepäck fahren zwecks besserer Kurvenlage. ;)

Den Rest der Strecke ging es seicht bergauf. Eigentlich wollte ich noch 20 km weiter fahren, aber der lange Anstieg hat mich doch ganz schön mitgenommen. Da hilft auch keine Pause. Außerdem wollte ich zur Abwechslung mal früh ins Bett.

Es regnet, dürfte aber nur ein Schauer sein.

  • Strecke: 50,21 km
  • Fahrzeit: 3:35:51 h
  • Gesamt: 1.042 km

29.08.: Nordnes

Regen – Ruhe – Gammeltag.

“Schon wieder ausruhen?” wird der eine oder andere fragen. Hab ich doch erst in Stamsund gemacht. Ja. Schon wieder. Die beiden letzten Tage waren einfach zu viel. Außerdem hat es über Nacht geregnet (und den Tag über weiter). So war mein Zelt heute früh nicht nur von innen, sondern zum ersten mal auch von außen nass. Der Wetterbericht verspricht Besserung.

Grund genug, die Beine zu erholen. Zeit genug zum Messer schleifen, Kasse machen und rumdösen. Muße genug, meine bisherigen Online-Tagebucheinträge zu korrigieren. Aber Neues habe ich nicht geschrieben. Lohnt nicht bei 2 neuen Reisetagen. Sogar Emails habe ich bekommen. Sorry, dass ich nicht geantwortet habe, das tue ich mal auf diesem Weg.

Nein, Vereinsamung konnte ich bisher nicht beklagen. Nichtmal gestern an meinem moralischen Tiefpunkt am Berg – da hat mich ein Leipziger überholt. Und ich fürchte, dass mit dem Abnehmen klappt auch nicht so recht trotz Brötchen mit Marmelade/Frischkäse und Tütennudeln (ok, und Süßigkeiten).

Morgen geht es weiter, mit und ohne Regen.

30.08.: Nordnes – Grenze NO/SE – Sandviken

Sachen gibts… Mein Kuli hat gerade den Geist aufgegeben. Also nehme ich den nächsten Stift. :)

Der Ruhetag hat etwas genützt. Es ging heute ohne Regen weiter. Außerdem waren meine Beine etwas erholter.

42 km bis zur schwedischen Grenze. Davon die Hälfte bergauf mit teils 7-10 % Steigung. Dafür geht es bis zur Ostsee jetzt nur noch bergab (von leichten Hügeln mal abgesehen).

Eigentlich war heute der Polarkreis mein Ziel (15 km mehr), aber erstens hat mich der Wind gebremst, sobald es bergab ging. Zweitens gabs mal wieder Zuckermangel. Drittens habe ich einen Wilden Rastplatz gefunden mit frischem Wasser, Feuerstelle (endlich mal ein Lagerfeuer) und netter Aussicht.

  • Strecke: 73,28 km
  • Fahrzeit: 5:36:58 h
  • Gesamt: 1.115 km

31.08.: Sandviken – Arjeplog

Lange geschlafen – mit einer Unterbrechung. Es war recht kühl um den Oberkörper rum. Trikot drüber und Schlafsack zur Mumie gemacht (schränkt die Freiheit der Arme ein, deswegen habe ich jetzt Muskelkater…). Das Thermometer gibt als Minimum 2,4 Grad C draußen und 6,8 Grad drinne an. Bibber.

Aber das sollte die kälteste Nacht unterwegs bleiben. Ich komme aus den Bergen raus (auch wenn ich es beim Fahren nicht merke) und immer weiter nach Süden. (man mag’s kaum glauben). So habe ich dann heute den Polarkreis mit Beweisfoto südlich überquert (diesmal machte das Schild was her).

Sonst nicht viel nennenswertes von unterwegs – außer das Hintern, Knie und Hände weh tuen. Ach doch, bin gerade an einem Firmengelände von Bosch vorbeigekommen. Wer weiß, was die hier oben in der Einöden machen. Vielleicht Raketenteile für Esrange…

  • Strecke: 112,16 km
  • Fahrzeit: 5:53:36 h
  • Gesamt: 1.227 km

01.09.: Arjeplog – Arvidsjaur

Jede Menge Rentiere, jede Menge Wind, ein bisschen Regen. Nicht so ein toller Tag. Aber der Regen hat mich immerhin von meinen eigenen Problemen und von den bescheidenen Straßen abgelenkt.

Mittlerweile bin ich so bequem geworden, jeden Abend auf’m Zeltplatz zu pennen. Macht das Leben leichter. Und die Plätze werden auch jeden Tag besser. Hier ist für 100 SEK neben der Dusche (nicht üblich) auch das Internet inklusive.

Ich hoffe, ich schaffe es bis Kemi (Finnland) durchzuhalten. Momentan fühle ich mich nicht so.

Es war ein Fehler, die Rückfahrt ab Hanko gleich mitzubuchen. So muss ich den ganzen Weg zurück. Ab Bodø wäre ich mit dem Flieger wohl auch für das Geld heimgekommen, dass ich für die Züge in Finnland und Deutschland, die Fähre und Verpflegung/Campingplätze bezahle…

  • Strecke: 93,75 km
  • Fahrzeit: 5:18:48 h
  • Gesamt: 1.321 km