Arvidsjaur – Turku

02.09.: Arvidsjaur

Mal wieder ein Pause-Tag. Regen, Regen, nochmal Regen. Es hat einfach keinen Sinn, im Regen ein klatschnasses Zelt einzupacken. Weiter muss ich trotzdem. Deswegen fahre ich morgen mit dem Bus nach Kalix. Damit überspringe ich 220 km mit vorraussichtlich Regen und habe dann nur noch 80 km nach Kemi.

Außerdem gibt es in Kalix eine Jugendherberge. Zum aufwärmen, zum trocknen, zum Leute treffen. Letzteres geht hier nämlich nicht – bin der einzige Zelter und die Wohnwagenleute führen ein anderes Leben.

Dafür habe ich heute in allen meinen Stamm-Foren die ungelesenen Beiträge auf null reduziert, die Pflichtfächer aus dem nächsten Semester im Intranet abonniert, Stundenpläne studiert und WPVs (Wahlpflichtveranstaltungen) angesehen.

Im Gebiet Kiruna – Abisko soll es übrigens in einer Woche schneien.

03.09.: Arvidsjaur – Kalix

In 4 Stunden bin ich heute mit dem Bus relativ problemlos das gefahren, wofür ich mit dem Rad zwei Tage gebraucht hätte. Zwei anstrengende Tage bei Regen, Wind und Bergen.

Auch eine nette Art zu reisen, das mit dem Bus. Und 220 km für umgerechnet 23 € ist echt OK.

In der Jugendherberge den Schlüssel per Telefon zugestellt bekommen. Ich hoffe, damit war die vergangene Nacht die letzte Nacht im Zelt.

04.09.: Kalix – Haparanda (Grenze SE/FI) – Kemi – Tampere

Was für ein Tag…

Während ich mich auf die Socken machte, lösten sich nach und nach die Wolken auf. Besser gesagt, der Wind hat sie davon getrieben.
Der Wind. Ja ja, der Wind. Erst kam er von der Seite (=Ostsee). Dann von vorne. Und zu guter (oder besser: schlechter) Letzt aus meinem Hinterradreifen.

Schock. Die erste Panne seit gut 8.000 km. Und der Schlauch war erst 2.000 km alt. Naja, das Wechseln doch noch nicht verlernt. Nur die Luftpumpe hat gestreikt… Auch ein hilfsbereiter schwedischer Elchjäger (heute war Beginn der Jagdsaison) konnte sie nicht davon überzeugen, Luft in den Reifen zu drücken. Also das Rad 4 km zurück zu den nächsten Häusern geschoben, ein paar Bar von dem Zeug geholt, was wir tagtäglich einatmen. Und wieder weitergefahren. Das nächste mal nehme ich einen Kompressor mit. ;)

Zum Gegenwind kamen noch 20 km vom schlimmsten (=neuesten) Asphalt, den Schwedens Straßenbauer zu bieten hatten.

Nachdem mich die Panne 2 h gekostet hatte, bin ich pünktlich 2h nach schließen des Schalters in Kemi am Bahnhof angekommen. Egal, Ticket im Zug gekauft. Fahrradmitnahme scheint also doch ohne Reservierung zu gehen. Soso…

Nun hocke ich im Zug. Werde gleich schlafen, damit ich 4:20 wieder mit Fahrrad und Gepäck den Zug wechseln kann. Gegen 8:00 bin ich dann planmäßig in Turku.

  • Strecke: 88,47 km
  • Fahrzeit: 5:09:57 h
  • Gesamt: 1414 km

05.09.: Tampere – Turku

Umsteigen hat wieder geklappt, war aber von wegen der Müdigkeit anstrengender, als auf dem Weg nach Rovaniemi. Halb 9 bin ich bei Leila aufgeschlagen.

Tagesinhalt: Duschen, Wäsche waschen, einkaufen und kochen…