September 2007 – Blue Canyon

Der Blue Canyon – ich weiß nicht wirklich, wo der blau ist – liegt im Waitakere Forest (Waitakere – Maori: Wasserfälle; Forest – Engl.: Wald), ca. 40 Auto-Minuten westlich von Auckland. Der Waitakere Forest ist ein Regenwald, in dem früher auch Kauri-Bäume abgeholzt wurden. Der Blue Canyon besteht aus einer Reihe von unterschiedlich hohen Wasserfällen. Achtzehn davon (mit insgesamt 150m Höhenunterschied) habe ich heute abwärts überwunden.

Dafür hatte ich eine Canyoning-Tour gebucht und wurde gemeinsam mit 11 anderen Teilnehmern in Auckland abgeholt. Die Hälfte davon war irgendwie von einer Firma zum Teambuilding (ähm, zur Gruppenbildung) hier, während die Anderen bunt gemischte Touris waren. Nach der Fahrt zum Materiallager und dem Einkleiden in Canyon-tauglichen Klamotten, ging es weiter zum Parkplatz und von dort eine knappe Stunde zu Fuß durch den Regenwald. Der Weg war zwar befestigt, aber das erste Stück abwärts war böse rutschig und drei viertel der Strecke ging es dann bergauf. Also richtig bergauf – ungefähr so wie die Wiese vor’m ASK in Fuwa. Nur mit Felsen, Baumstämmen und Schlamm auf der Strecke (Anmerkung am Rande: Schuhwerk = Turnschuhe, zwei Nummern zu klein – wurden vom Veranstalter zum einsauen gestellt)…
Als wir dann endlich den gesuchten Gebirgsbach erreicht hatte, durften wir uns in unsere Neopren-Anzüge zwängen und das Kletterzeug anlegen. Nach einer Einführung ins Abseilen und einem Sprung ins kalte Wasser (gefühlte 5 Grad, Luft so um die 15 Grad) ging es dann los zum ersten Wasserfall. Nachdem die anfänglichen Motivationsschwierigkeiten überwunden waren, ging es dann runter – vielleicht zwei Meter. Weil es so toll war, gleich nochmal zurück auf den nächsten Felsen – fünf Meter (siehe erstes Photo). Ich glaube bis dahin war das der höchste Sprung in meinem Leben. Am Ende des “Beckens” war gleich der nächste Sprung angesagt – diesmal als Gruppe (zweites Photo). Es folgten noch ein paar weitere, mehr oder weniger hohe, Sprünge und zwischendurch teil längere Strecken im Bachbett zu Fuß (alles mit rundgelutschten Steinen übersäht).

Bevor wir zum ersten wirklich hohen Wasserfall gekommen sind, durften wir noch ein bisschen rutschen (siehe fünftes Photo). Dann ging es an das erste Abseil-Manöver (siehe sechstes Photo). Gar nicht so einfach auf dem glitschigen Untergrund Halt zu finden, während man sich abseilt und die ganze Zeit den Kopf im Wasserfall hat. Unten angekommen gabs erstmal “Mittag” – “ein knappes Picknick” triffts wohl besser. Anschließend folgten noch ein paar kleinere Sprünge und eine große Rutschpartie, bevor wir uns zum Abschluss noch einmal abgeseilt (siehe letztes Photo) und einen finalen Sprung gemacht haben.

Danach ging es wieder gut 30 Minuten zu Fuß zurück. Klamotten wechseln und waschen und ab nach Auckland. Boah, wie gut doch eine warme Dusche tun kann. Zeitweise waren meine Hände zu echt nichts mehr gebrauchen – das kalte Wasser hat sie fast steif gemacht und das Abseilen hat sein übriges getan. Davon abgesehen ist es echt erschreckend zu sehen, wie sehr ich in den letzten Monaten abgebaut habe (welch Überraschung – ziemlich genau 1 Jahr ohne Sport).

Anm.: Irgendwie sieht meine Sportbrille ohne getönten Vorsatz ziemlich schräg aus… ;)