September 2007 – 2 Wochen Melbourne

Auf nach Melbourne

Im Rahmen meines Auslandssemesters in Auckland habe ich im September 2 Wochen Ferien. Diese wollte ich für einen Abstecher nach Australien nutzen. Da sich ein paar Freunde von mir zur Zeit in Melbourne aufhalten, stand das Ziel im großen Australien auch ziemlich schnell fest.
So ging es dann am 08.09. los. Der Shuttle-Bus hat mich morgens viertel vier am Wohnheim abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort habe ich dann gemütlich eingecheckt und noch eine gute Stunde rumgegammelt, bevor ich zur Sicherheitskontrolle bin. Schön alles aufs Band gepackt – Rucksack, Laptop, Tascheninhalte. Ab durch die “Schleuse” – Piieeep. Schneller Griff zur Hüfte. Verdammt. Hab vergessen, meinen Gürtel mit auf’s Band zu legen und am Gürtel hängt natürlich noch mein Taschenmesser. Peinlich, peinlich – hab total verpennt, das in mein Hauptgepäck zu packen. Naja, halb so wild. Das Messer wird von meiner Fluggesellschaft verwahrt (hoffe ich).

Der Flug verlief relativ unspektakulär – die Zeit hat gerade so für einen Film und ein spärliches Frühstück gereicht. In Melbourne bin ich nach ungefähr 3,5 Stunden Flugzeit gegen 8:30 angekommen. Aufs Gepäck warten, Einreisestempel bei der Passkontrolle holen – das mit dem digitalen Visum scheint zu funktionieren – und dann zur Bio-Kontrolle. Das gleiche, wie in Neuseeland: einmal Stiefel putzen, bitte. Und dann raus zum Shuttle, der mich direkt zum Hostel brachte.

Erster offensichtlicher Unterschied zu Auckland: Sonne scheint und es ist wärmer (so um die 20 Grad im Schatten). Nach einer Fahrt quer durch Melbourne war ich kurz nach 10 am Hostel. Einchecken, Gepäck verstauen und dann erstmal ne Runde um den Block drehen – verzweifelte Suche nach was zu Essen und zu Trinken. Nach einer Weile wurde ich dann auch fündig und habe zurück im Hostel erstmal schön Mittag gegessen.
Der Teil von Melbourne, in dem ich gerade lebe – St. Kilda – ist ziemlich touristisch und im sommer wohl auch Melbourne’s Party-Metropole. Glaube ich gerne – hier gibts Bars, Cafe’s, Bäckereien und Eiscafe’s am laufenden Band. Da kann selbst das Barfußgässchen in Leipzig nicht mithalten. Weiterhin ist der Strand mit glasklarem Wasser nur 5 Minuten vom Hostel entfernt. So war ich dann nach dem Mittagessen noch ein Stündchen am Strand spazieren und haben ein paar Photos von der Umgebung gemacht. Danach hab ich mich erstmal für Nachmittags-Schläfchen auf’s Ohr gepackt – schließlich hatte ich die letzte Nacht nicht geschlafen.

Dann gabs noch ein schnelles Abendessen, ein Strandspaziergang bei Nacht (inklusive Photos natürlich) und ne Cola in der Bar, bevor ich dann relativ früh ins Bett bin.

Sonntag, 09.09.

Am Sonntag habe ich mich mittags mit Lars und seinem Mitbewohner Paul am Queen Victoria Market getroffen um ein bisschen einzukaufen und natürlich auch zu schwatzen. Der Markt ist doch recht groß – da kann man sich schnell mal verlaufen. Zum Markt bin ich übrigens mit der Straßenbahn gefahren – Das Netz ist von der Dichte her ungefähr mit dem Leipziger Netz vergleichbar (nur eben größer), aber leider werden die Stationen nicht immer vorher angesagt (und wenn, dann versteht man nichts) – was in Kombination mit mangelnder Beschilderung schnell zu Konfusion führt.

Anschließend sind wir noch zum Aldi gefahren – Davon gibts mittlerweile 150 Läden in Oz (Kurzform für Australien), während es in Neuseeland leider keinen gibt… Dann habe ich erstmal meine Einkäufe ins Hostel gebracht und was gegessen.

Danach habe ich mich nochmal mit Lars in der City getroffen und wir sind ein bissel rumgelaufen und haben was getrunken.

Montag, 10.09.

Montag war ich dann wieder auf mich allein gestellt. Gut ich hab’s überlebt – war ja nicht das erste Mal. Nach einem späten Frühstück bin ich wieder in die City gefahren und den gleichen Weg gelaufen, wie am Abend zuvor mit Lars. Diesmal aber in einem etwas photogenerem Licht.
Dann habe ich noch ein paar Runden durch die “Innenstadt” (CBD: Central Business District = “Haupt-Wirtschafts-Viertel” ;) ) gedreht, die hier sehr strukturiert – heißt rechteckig – ist. Offensichtlich ist die Stadt auf dem Reißbrett entstanden. Während ich dann noch eine echt leckere heiße Schockolade getrunken habe, habe ich im Reiseführer geschmöckert und die Kanuten und Touristen-Kreuzfahrtschiffe auf dem Yarra River beobachtet. Dieser Fluss zieht sich durch ganz Melbourne (ähnlich der Elster, nur beschiffbar und ohne Wehr) und ist zugleich Cafe- und Sportmeile – egal ob auf oder neben dem Wasser.

Da es sich aber immer mehr zugezogen hat, bin ich dann mit der Straßenbahn wieder ins Hostel gefahren um von dort den ersten Regenschauer zu sehen. Gutes Timing. Da das Wetter sich nur marginär gebessert hat, haben den Rest des Tages mein Laptop und ich gemeinsam verbracht. Er hat mir freundlicherweise die ersten Reiseberichte von den Händen abgelesen und beim Bearbeiten der Photos geholfen. Außerdem hat er mir noch ein paar Filme gezeigt. Vielen Dank dafür. ;)

Dienstag, 11.09.

Das war dann endlich der Tag, wegen dem ich hauptsächlich nach Oz gekommen bin – Anni’s Geburtstag. Lars und ich haben Anni mittags in der Uni zum Mittagessen und Einkaufen getroffen. So sprachlos, wie Anni angesichts meiner Gegenwart war, ist die lang’ geplante Überraschung offensichtlich gelungen. :)

Nach dem Einkauf sind Lars und ich zu den Beiden nach Hause und haben angefangen, die abendliche Party vorzubreiten, während Anni wieder in die Uni ist. Da ich schon einmal zugegen war, durft ich mich auch gleich wieder entsprechend meiner Passion betätigen – als Koch. Oder besser gesagt: als Griller – es wurde nämlich abends gegrillt. Ich hab dann also das Fleisch vorbereitet, während Anni und Lars Sushi, Gemüseplatten und eine Käseplatte vorbereitet haben. Vom Grill gabs Hühnchen-Steak, australische “Würste”, Lamm-Rippchen und Frikadellen.
Als dann mit reichlich Verspätung die ersten Gäste eintrafen, hatten wir zusammen mit den Mitbewohnern schon gut was verputzt. Ich hab mir die Kante mir Sushi und Wasabi gegeben – befreit den Atem. Zum Feuer-Spucken hat aber echt nicht mehr viel gefehlt. Ich bin dann kurz nach 11 zurück ins Hostel, weil die Bahnen nicht soo lange fahren. Dort habe ich dann noch ein bissel mit den neuen Zimmergenossen geschwatzt und bin ins Bett.

Great Ocean Road

Am Samstag morgen haben Anni, Lars und ich unseren Camper abgeholt, um für drei Tage die Great Ocean Road in Victoria, Australien, zu bereisen. Ursprünglich hatten wir vor gehabt, am ersten Tag bis nach Port Campbell zu fahren und von dort am Sonntag zum Grampains National Park und Montag zurück durch’s Inland nach Melbourne zu fahren. Im Laufe des Samstags haben wir uns aufgrund der Verzögerung durch zahlreiche Photopausen aber entschieden, die kompletten 3 Tage an der Great Ocean Road zu verbringen.

So sind wir über den Freeway bis nach Geelong und sind dort auf die Küstenstraße abgebogen. Den ersten Stop haben wir in Torquay – einer Surf-Hochburg – eingelegt und ein bisschen den Surfern am Strand zugeschaut. Anschließend gabs noch ein kleines Mittagessen im Ort: Fish & Chips (= Fisch + Pommes).

Von Torquay ging es weiter nach Anglesea, wo wir entlang der felsigen Küste spazieren waren. Wie man auf dem Photo erkennen kann, war es seit dem Morgen bewölkt gewesen. Nach einer kurzen Pause am Strand bei Aireys Inlet gab es den nächsten Stop ein Stückchen weiter am Split Point Lighthouse (Lighthouse = Leuchtturm). Dort gab es neben dem Leuchtturm auch eine recht interessante Steilküste zu beobachten. Dort riß dann der Himmel auch mehr und mehr auf.

Im weiteren Verlauf des Tages haben wir am Cape Patton Aussichtspunkt eine längere Photopause eingelegt – es ist mir echt schwer gefallen, mich auf ein paar Photos für den Bericht zu beschränken. In Apollo Bay gings nochmal zum Strand. Die letzten knapp 100km bis dorthin waren auch der schönste Streckenabschnitt, weil man direkt zwischen Meer und Bergen fährt und eine super Aussicht hat.

Auf der Suche nach einem Platz für die Nacht sind wir noch zum Cape Otway Lighthouse abgebogen, haben aber keinen Platz gefunden und der Leuchtturm hatte auch schon geschlossen. Dafür haben wir aber in den Eukalyptus-Bäumen zahlreiche Koalas gesehen und ein Exemplar saß sogar mitten auf der Straße. Bei Glenaire am Castle Cove Aussichtspunkt sind wir dann aber fündig geworden. Parkplatz direkt an der Straße, kaum Verkehr – und eine bombastische Aussicht auf das letzte Licht der Abenddämmerung (den Sonnenuntergang haben wir leider verpasst). So gab es gab es dann nur noch ein Abendessen mit gigantischem Sternhimmel und ein paar Platzprobleme im Camper, bevor ich mehr oder weniger geschlafen habe.

Nach einer recht beengten Nacht sind wir mehr oder weniger um 8 aufgestanden. Anni und Lars sind zum Strand runter, ich hab mich nochmal rumgedreht – der Himmel war eh komplett grau und über Nacht hatte es gestürmt und geregnet. Einschlafen konnte ich aber natürlich nicht mehr, also bin ich aufgestanden und habe das Bett wieder in einen Wohnküche umgewandelt. Dann bin ich zum Aussichtspunkt und habe den Beiden unten am Strand zugewunken. Nicht nur die Sicht auf die Abenddämmerung war bombastisch – die am Morgen war noch besser. Bis auf die Wolken. Naja, ich bin dann mit der Kamera bewaffnet auch noch zum Strand runter und bin ob gelb leuchtender Schlangen-Warnschilder richtig wach geworden. Bei meiner Ankunft am Strand ist auch die Sonne zwischen den Wolken durchgekommen. Zurück beim Camper haben wir erstmal gefrühstückt – eigentlich wollten wir das am Aussichtspunkt machen, aber der Touristenverkehr hatte mit dem ersten Sonnenstrahl schlagartig zugenommen. Abschließend ging’s nochmal schnell zum Aussichtspunkt für’s Abschiedsphoto und dann sind wir wieder auf die Straße.

Tagesziel waren die Twelve Apostles, die 12 Apostel. Das wird auch immer als Highlight der Strecke hervorgehoben. Ist auch ganz interessant, was das Meer dort aus den Felsen geschaffen hat, aber ich persönlich fand den Abschnitt zwischen Apollo Bay und Lorne idyllischer, grüner. Dann schnell in den nächsten Ort, Port Campbell zum Mittagessen, einkaufen und Tanken (Benzin und Wasser ;) ) und wieder die Great Ocean Road zurück. In der Nähe der Apostel haben wir noch am Loch Ard Gorge gehalten und uns die umliegenden Felsinseln (The Razorback) und Bögen (The Island Archway) angeguckt. Die Bögen sind sozusagen die Vorstufe der Apostel – wenn die einstürzen, bleiben Apostel zurück. Mit der Zeit hat es sich immer mehr zugezogen und es fing dann auch an zu regnen. Lars und ich sind trotzdem noch zu einem “Blasloch”, aber das war jetzt nicht so beeindruckend.

Nach der Flucht ins Auto ging es weiter die Straße entlang bis zum nächsten Cafe – schnell was Warmes drinken, während es draußen geschüttet hat. So sind wir nach einem kurzen Muschel-Sammel-Stop den Rest des Nachmittags bis nach Lorne zurück gefahren und haben uns dort auf den Strand-Parkplatz gestellt. Wieder im Dunkeln Nudeln zum Abendessen gekocht und dann im Camper gegessen, weil es mal wieder angefangen hat, zu regnen. Warmes Essen im Camper kommt nicht so gut an – enstprechend nass waren die Scheiben am nächsten Morgen von Innen.