November 2007 – Nelson Lakes National Park

Nach ein paar gammeligen Tagen in Auckland bin ich dann am 26.11. mit einer Turbo-Prop-Maschine in 75 Minuten auf die Südinsel, nach Nelson geflogen. Nach einem weiteren Tag Aufenthalt ging es am 28. mit dem Bus nach St. Arnaud, dem Portal in den Nelson Lakes National Park. Im Visitor Center, beim Einholen von Informationen, dann natürlich auf eine Ladung Deutsche getroffen. Nach einem kurzen Schwatz habe ich mich dann mit Heike aus Berlin zusammengetan, um die nächsten drei Tage gemeinsam wandern zu gehen.

29.11.: St. Arnaud – Coldwater Hut

Am nächsten Morgen haben wir uns dann wieder im Visitor Center getroffen um unsere geplante Reiseroute zu hinterlegen. Die Hälfte meiner sieben Sachen habe ich im Hostel gelassen und dafür ein paar Wanderstöcke mitgenommen. Der erste Tag war recht gemütlich, da es für drei Stunden bei strahlendem Sonnenschein relativ eben am Lake Rotoiti entlang ging. Der Weg führte zu weiten Teilen durch den Wald und über zahlreiche Erdrutsche, bis wir letztendlich am Ende des Sees zur Lakehead Hut kamen. Von dort waren es nur noch vierzig Minuten bis zu unserem Ziel, allerdings mussten wir dafür den Travers River durchqueren. Trotzdem wir uns eine recht flache Stelle ausgesucht hatten, war der Fluss immernoch gut knietief und die Strömung hätte uns fast umgerissen. Alleine wäre ich da wohl nicht trocken rüber gekommen. So waren nur meine Wanderstiefel komplett durchgeweicht. Eine kurze Weile später sind wir dann in der Coldwater Hut am Ende des Sees angekommen und haben nach nicht allzu langer Zeit ein Feuer gemacht, um die Stiefel zu trocknen und die zahllosen Sandflies (nahe Verwandte der Skandinavischen Knox und der deutschen Griebel-Mücken – bevorzugtes Ziel: nackte Füße) zu verscheuchen.

30.11.: Coldwater Hut – Angelus Hut

Nach einer ruhigen Nacht sind wir zu einem wesentlich anstrengenderen Tag aufgebrochen. Lake Rotoiti liegt auf 630m ü.N.n., Angelus Hut, unser Tagesziel liegt auf 1610m. Und dazwischen gibt es weder Lift noch Rolltreppe. Anfangs ging es aber erstmal für eine gute Stunde am Travers River entlang, bevor wir in das Seitental des Huakere Streams abgebogen sind, um den Cascade Saddle zu erklimmen. Von da an ging es – von einer kurzen Ebene abgesehen – nur noch bergauf. Inklusive Pausen für insgesamt 5,5 Stunden. Die Aussicht hat sich aber gelohnt. Je höher wir kamen, desto steiler und unsicherer wurde der Grund aber. Geröllhalden, Schneefelder und vom Schmelzwasser durchweichte Wiesen. Alles in einem Winkel zwischen 40 und 70 Grad. Dazu kam dann noch eine weitere Bach-Durchquerung. Wieder nasse Füße. Und die nassen Schneefelder haben es nicht besser gemacht. Zwischendurch hat es ein bisschen genieselt, aber im großen und ganzen hat sich das Wetter aber gehalten. Natürlich ist es mit zunehmender Höhe kälter geworden. Durch das letzte Schneefeld wollte ich wegen blendender Sonne und nassen Schuhen durchrennen, musste aber wegen Sauerstoffmangel auf halber Strecke aufgeben. Ich hätte nicht gedacht, dass sich die dünnere Luft schon auf 1000m Unterschied so stark bemerkbar macht. Oben angekommen haben wir uns erstmal umgeschaut und ein paar Photos vom immernoch teilweise zugefrorenen und verschneiten Lake Angelus geschossen, bevor wir uns vor den aufziehenden Wolken in die große, warme Hütte geflüchtet haben. Wieder einmal Hauptbeschäftigung: Stiefel am Ofen trocknen und Lesen, während es draußen geregnet hat.

01.12.: Angelus Hut – St. Arnaud

Der letzte Tag des Trips war nicht viel besser, als der Tag davor. Eher noch schlimmer, da es die ganzen 1000m, die wir am Vortag hochgeklettert waren, wieder runter ging. Gut die Hälfte der Strecke ging es entlang der Robert Ridge auf und ab über steile Schneefelder, weite Geröllhalden und scharfkantige Bergspitzen. Ich glaube, der Teil war fast noch gefährlicher als das Klettern am Vortag. Um ein paar Schneefelder sind wir auch herumgeklettern, weil sie einfach zu instabil aussahen. Nach dem langatmigen Auf und Ab ging es dann immer mehr bergab. Im Relax Shelter am Mt. Robert haben wir dann Mittag gegessen, bevor wir den einstündigen Abstieg in Serpentinen begannen. Unten angekommen gab es eine weitere Pause, bis uns die letzten 70 Minuten nach St. Arnaud zurück gekämpft haben. Diesmal mussten wir keinen Fluss durchqueren, aber die Schneefelder waren auch so nass genug. Da wir aber für gut drei Stunden auf dem Bergrücken entlang gewandert sind, hatten wir zu beiden Seiten eine Bomben-Aussicht bei leichter Bewölkung.
Zurück in St. Arnaud wieder im Hostel einquartiert, Wanderstöcke abgegeben und Gepäck abgeholt. Einen Happen gegessen, den Bus zurück nach Nelson für den nächsten Tag gebucht und geduuuscht…