August 2007 – Northland
Nachdem wir beschlossen hatten, dieses Wochenende möglichst kostengünstig Northland (die Region nördlich von Auckland, bis zur Spitze sind es rund 550km) zu erkunden, haben wir uns einen Van gemietet. Wir, das waren Pascal, Carolin und ich. Den Van mussten wir für fünf Tage mieten, kürzere Zeiten bietet die Firma nicht an. Trotzdem war der Wagen mit umgerechnet rund 65 Euro für diese Zeit definitiv das günstigste Angebot. Dazu noch Sprit für insgesamt 90 Euro (zu 80 Cent der Liter Super) und ein paar Fressalien. Der Van bietet 3 Sitzplätze und eine Sitz-Ess-Liegefläche für ebenfalls 3 Leute. So haben wir uns das Geld für Übernachtungen gespart. Allerdings ist der Van für drei Leute dauerhaft zu klein (vor allem, wenn solche Lulatsche wie ich dabei sind). Naja gut, war ein Test.
Donnerstag: Auckland – Ngunguru
Im Anschluss an unsere Vorlesungen am Donnerstag Nachmittag haben wir noch ein Einkaufsrennen (Gegenteil von Einkaufsbummel) auf der Queenstreet gemacht, um Caro und Pascal mit der zwingend notwendigen Regenkleidung auszustatten, bevor die Geschäfte dicht machen. Danach noch schnell Lebensmittel für’s Wochenende gekauft und dann zu unserem Wohnheim, um die Sachen einzuladen. Zwischendruch haben wir uns ein paar mal in Aucklands nervigen Einbahnstraßen-System verstrickt und mussten einen langen Parkplatz-Kampf austragen (den wir nach einer halben Stunde mit der Flucht ins Parkhaus aufgegeben haben).
Da es schon spät geworden (halb 7) war und wir am Abend noch ein paar Kilometer zwischen uns und Auckland bringen wollten, blieb keine Zeit mehr zum kochen. So haben wir die Pizzeria an der Ecke überfallen und sind zurück zum Auto. Gegessen haben wir dann unterwegs.
Dann ging es über den x-spurigen Highway Richtung Norden aus Auckland raus und über die Auckland Harbour Bridge (die ist zum Beispiel 10-spurig und in Stoßzeiten überlastet). Den ganzen Tag hatte es schon mehr oder weniger heftig geregnet. Außerhalb der schützenden Hochhäuser kam zu den nun sinnflutartigen Regenfällen auch noch ein Sturm dazu, der uns ein paar Mal fast von der Brücke oder Straße geweht hätte.
Regen und Sturm hielten noch lange an. Erst, als wir Whangarai – unser grobes Etappenziel – durchquerten, ließen beide etwas nach. Westlich von Whangarai wollten wir uns in Küstennähe nach einem Schlafplatz umschauen. Auf dem Weg zur Küste sind wir an den Kauri Falls vorbeigekommen, einem (laut Schild) 26 Meter hohem Wasserfall. Dank Taschenlampe haben wir den beeindruckenden Wasserfall auch etwas gesehen und nicht nur das Tosen gehört. Aufgrund der dauerhaften Regenfälle war der Fluss über die Ufer getreten, das Wasser schlammig und die Massen hatten auch gut Druck, als sie 26 Meter tiefer auf die Steine trafen. Leider hat das Licht für ein Photo nicht ausgereicht.
Nach einer etwas längeren Suche nach einem wassernahen Platz, an dem Campen nicht verboten ist (was hier leider ziemlich häufig vorkommt), sind wir dann bei Ngunguru an der Ngunguru Bay fündig geworden. Mitterweile war die zehnte Stunde schon lange vorbei, also haben wir zügig das Auto schlaftauglich umgebaut, noch schnell einen Tee getrunken und sind dann ins Bett. Bei dem kurzen Strandspaziergang zurvor, habe ich zum ersten Mal einen neuseeländischen Sternhimmel gesehen. Mit Kreuz des Südens statt Polarstern und unendlich vielen anderen Sternen – soviele habe ich nicht mal im relativ schwach beleuchteten Fuwa gesehen. Ich schätze, das Ozonloch tut hier sein übriges.
Freitag: Ngunguru – Coopers Beach
Da Bilder ja bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, versuche ich mich schriftlich auf das Nötigste zu beschränken (mich bezahlt schließlich auch keiner für’s schreiben und so ein Artikel braucht gaaaanz schön Zeit
).
Nach dem Ausschlafen, Frühstück, Waschen und so weiter sind wir relativ spät losgefahren. Immer schön an der Westküste lang. Vorbei an der sandigen Sandy Bay hin zu einer wunderschönen Küstenstraße, die die Taupiri Bay tangiert und in Russell in der Bay of Islands mündet. Von dort haben wir mit der Fähre nach Paihia übergesetzt. Das ist praktisch die Touristen-Hauptstadt in der Bay of Islands. Die einzige wirkliche Möglichkeit, die zahlreichen Inseln zu erkunden, ist per Boot. Aufgrund unseres späten Starts haben wir alle Touren verpasst und sind deshalb weitergefahren.
Auf dem Weg entlang der Nordwest-Küste haben wir noch Stop bei den Waitangi Falls gemacht – ein schätzungsweise 5 Meter hoher Wasserfall. Auf der Suche nach einem Nachtlager sind wir in Taupo Bay leider nicht fündig geworden. Dafür dann aber in Coopers Beach in der Doubtless Bay. Dort hat sich das gute Wetter dann auch vorläufig mit einem (mal wieder) wunderschönen Sonnenuntergang von uns verabschiedet. Wir hatten fast den ganzen Tag Sonnenschein und blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.
Samstag: Coopers Beach – Ruawai
Die Wettervorhersage eines Ortsansässigen “Vermutlich kein Regen” hätte man in “Vermutlich kein Sonnenschein” abwandeln sollen. Es hat den ganzen Tag geregnet. Und wenn es mal nicht geregnet hat, hat der Sturm Regenwolken in unsere Richtung getrieben. Das hat sich natürlich auch auf unsere Pläne ausgewirkt.
Nach dem frühen Aufstehen (der Wecker hat 7:00 geklingelt, damit wir was vom Tag haben – argh…) sind wir mit einer Banane im Bauch zum Ninety Mile Beach aufgebrochen, einem 89km langen und bis zu 200m breiten befahrbaren Sandstrand an Neuseelands nördlichster Spitze. Sind ein bisschen am Strand rumgekurvt und haben dann am südlichen Ende vom Strand – in Ahipara – gefrühstückt.
Da Caro für eine Prüfung lernen musste, wollten Pascal und ich eigentlich wandern gehen. Erst haben wir keine Pfade gefunden, dann waren die Wege natürlich vom Regen komplett aufgeweicht. Also sind wir weiter nach Süden gefahren, haben den Hokianga Harbour mit der Fähre überquert und sind in die Berge zu einem weiteren Pfad gefahren. Der war begehbar, glich aber eher einer Straße. Außerdem hat es sich eingeregnet und es dämmerte bereits. Also sind wir wieder zurück und waren nur eine knappe Stunde unterwegs.
Wir sind weiter an der Ostküste lang gefahren, haben noch einen Aussichtspunkt mitgenommen und haben die Kauri-Wälder bei Waipoua besucht (inklusive des Gottes des Waldes, des Vaters des Waldes und der Vier Schwestern). Photos gibts wieder mal nicht – war zu dunkel…
Auf der Suche nach einem Schlafplatz und nach einer geöffneten Tankstelle sind wir noch ein ganzes Stück im Dunkeln weitergefahren und sind nach 30 Kilometern mit leerem Tank (Reserve wurde zumindest nicht angezeigt) in Dargaville fündig geworden. Ein Stückchen südlich, in Ruawai, haben wir dann zu Abend gegessen und am Hafen unsere “Zelte” aufgeschlagen. Seit der Abenddämmerung war es übrigens wieder trocken und an unserem Schlafplatz konnte man sogar die Sterne sehen.
Sonntag: Ruawai – Auckland
Der Sonntag diente im Prinzip hauptsächlich der Rückfahrt nach Auckland. Wir sind bei meist strahlend blauem Himmel und Sonnenschein mit frühem Start mehr oder weniger geradlinig zurück nach Auckland gefahren. Allerdings haben wir nicht den Highway, sondern die 20km längere Ostküsten-Straße genommen, um noch ein bisschen was zu sehen. Dort haben wir noch eine Photo-Pause und einen Abstecher zu den Piroa Falls – einem kleinen, idyllischen Wasserfall mitten im Regenwald – gemacht. Gegen Mittag waren wir dann zurück in Auckland, dem Startpunkt unserer Toura.
- Persönlichkeits-Profil
- Schweden 2006
- Neuseeland
- Juli 2007 – Flug nach Neuseeland
- Juli 2007 – Wellesley Student Appartments
- Juli 2007 – Gewohnheiten
- Juli 2007 – Auckland
- Juli 2007 – Mount Eden
- Juli 2007 – AUT University
- Juli 2007 – Sky Tower
- Juli 2007 – Devenport
- Juli 2007 – Noho Marae
- August 2007 – Albert Park
- August 2007 – Rangitoto Island
- August 2007 – Sky Tower bei Nacht
- August 2007 – Delphin-Safari
- August 2007 – Northland
- August 2007 – Maori Woche
- September 2007 – Blue Canyon
- September 2007 – 2 Wochen Melbourne
- Oktober 2007 – Rotorua + Waitomo
- Oktober 2007 – Great Barrier Island
- November 2007 – Nordinsel-Rundreise
- November 2007 – Nelson Lakes National Park
- Dezember 2007 – Westcoast-Roadtrip
- Dezember 2007 – Routeburn Track
- Dezember 2007 – Weihnachten in Melbourne
- Dezember 2007 – Silvester in London
- Zeit & Zeitzonen











































